Ameise auf Sandhügel bei Sonnenuntergang.

Geruchsgesteuertes Verhalten

Im Mittelpunkt unserer Forschung steht das Verständnis dafür, wie Tiere ihre Umwelt wahrnehmen und mit ihr interagieren. Die Forschungsgruppe „Geruchsgesteuertes Verhalten“ untersucht, wie chemische und visuelle Informationen ökologisch relevantes Verhalten von Insekten steuern. Durch die Kombination von Verhaltensexperimenten, Sinnesphysiologie, chemischer Ökologie und Feldforschung wollen wir die Mechanismen aufdecken, die es Insekten ermöglichen, komplexe Aufgaben in natürlichen Umgebungen zu bewältigen. Unsere Arbeit befasst sich sowohl mit grundlegenden Fragen der Sensorik und des Verhaltens der Insekten als auch mit der Auswirkung von Umweltverschmutzungen und potentiellen Anwendungen in der Landwirtschaft.

 

Navigation der Wüstenameise

Die bemerkenswerten Orientierungsfähigkeiten der Wüstenameise Cataglyphis fortis faszinieren Wissenschaftler seit Jahrzehnten. Diese Ameisen, die in einer der lebensfeindlichsten Umgebungen der Erde leben, kehren nach langen und verschlungenen Nahrungssuchen in den eintönigen Salzpfannen Tunesiens zuverlässig zu ihrem oft unscheinbaren Nesteingang zurück. Wir untersuchen, wie sie verschiedene sensorische Hinweise – darunter Wegintegration, visuelle Orientierungspunkte und Geruchsinformationen – miteinander verknüpfen, um sich mit außergewöhnlicher Präzision zu orientieren. Unsere Forschung liefert somit neue Erkenntnisse über die Verhaltensprinzipien der räumlichen Orientierung und Entscheidungsfindung bei Tieren.
Weitere Informationen ...

 

Eiablageverhalten bei Fliegen und Motten

Die Wahl des richtigen Ortes für die Eiablage ist eine der wichtigsten Entscheidungen im Leben eines Insekts. Wir untersuchen, wie Fruchtfliegen und Motten unter anderem chemische und mikrobielle Signale integrieren um potenzielle Eiablageorte bewerten, und so ihre Reproduktion zu maximieren. Unsere Forschung befasst sich mit den sensorischen Mechanismen, die diesen Entscheidungen zugrunde liegen, und damit, wie ökologische Faktoren das Fortpflanzungsverhalten beeinflussen. Indem wir verstehen, wie Insekten die Qualität ihrer Umwelt einschätzen, gewinnen wir wertvolle Einblicke in die Evolution des Verhaltens und in die Wechselwirkungen zwischen Insekten und Pflanzen.

Radio Interview: https://www.mdr.de/mdr-garten/pflegen/schaedlinge/audio-3300558.html

 

Luftverschmutzung und chemische Ökologie von Insekten

Die chemische Kommunikation ist für viele Verhaltensweisen von Insekten von entscheidender Bedeutung, darunter die Nahrungssuche, die Partnersuche, die Flucht vor Fressfeinden und die Auswahl von Wirtspflanzen. Zunehmende Luftverschmutzung kann jedoch chemische Signale verändern, bevor sie ihre Empfänger erreichen. Wir untersuchen, wie Luftschadstoffe die Produktion, Übertragung und Wahrnehmung dieser chemischen Signale beeinflussen und wie sich diese Veränderungen auf das Verhalten von Insekten und ihre ökologischen Wechselwirkungen auswirken. Unsere Arbeit trägt zu einem besseren Verständnis darüber bei, wie sich anthropogene Umweltveränderungen auf die Biodiversität und die Funktionsweise von Ökosystemen auswirken.

https://www.theguardian.com/environment/2023/mar/14/air-pollution-hindering-mating-of-fruit-flies-by-reducing-output-of-male-scent

https://www.newscientist.com/article/2426454-air-pollution-can-make-insects-mate-with-the-wrong-species/

Radio Interview: https://www.cbc.ca/player/play/audio/9.7089614

 

Auf dem Weg zu einem nachhaltigen integrierten Pflanzenschutz

Unsere Grundlagenforschung zu den Auswirkungen der Luftverschmutzung auf die chemische Kommunikation von Insekten bildet die Grundlage für die Entwicklung innovativer Ansätze im integrierten Pflanzenschutz (IPM). Indem wir aufzeigen, wie Umweltbedingungen die Verbreitung und Wahrnehmung chemischer Signale beeinflussen, wollen wir neue, umweltfreundliche Strategien zur Schädlingsbekämpfung etablieren. Dazu gehört unter anderem die gezielte Zerstörung von Sexuallockstoffen von Schadinsekten, durch eine räumlich und zeitlich begrenzte Erhöhung der Ozonkonzentration sowohl in Gewächshäusern als auch in Freilandkulturen. Letztendlich ist es unser Ziel, Fortschritte in der chemischen Ökologie in nachhaltige Lösungen umzusetzen, die den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren und gleichzeitig einen wirksamen Pflanzenschutz gewährleisten.

Projekt OzonEx: https://www.validierungsfoerderung.de/validierungsprojekte/ozonex

 

Haben Sie Interesse, bei uns mitzumachen?

Wenn Sie Interesse haben, sich uns anzuschließen, kontaktieren Sie mich bitte unter mknaden(at)ice.mpg.de

Zur Redakteursansicht