Chemische Ökologie ...

... erforscht die Rolle, Vielfalt und Eigenschaften von chemischen Signalen, die die Interaktionen zwischen Organismen und ihrer Umwelt steuern. Um das komplexe System chemischer Kommunikation zu verstehen, arbeiten am Institut Wissenschaftler aus den Bereichen Ökologie, Biochemie, organische Chemie, Entomologie, Verhaltenswissenschaften, Pflanzen- und Insektenphysiologie zusammen.

Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht die Koevolution zwischen Pflanzen und Insekten. Der Schwerpunkt der Arbeit am Institut liegt auf der Untersuchung der Interaktionen zwischen Pflanzen und ihren Fraßfeinden.

Ihre zumeist ortsfeste Lebensweise zwingt Pflanzen zur Entwicklung von Mechanismen, um die Fortpflanzung zu gewährleisten und sich vor Fraßfeinden und Pathogenen zu schützen. Pflanzen entwickeln eine Fülle chemischer Signalstoffe, die ihnen eine optimale Anpassung an ihre jeweilige Umwelt ermöglicht. Diese so genannten Allelochemikalien werden beispielsweise eingesetzt, um Bestäuber anzulocken, Herbivore und Krankheitserreger zu bekämpfen oder unliebsame Konkurrenten fern zu halten. Außerdem führt die große Anzahl pflanzenfressender Tiere zur Entwicklung wirksamer Abwehrmechanismen. Pflanzen synthetisieren Mischungen organischer Substanzen, die fraßhemmende oder toxische Wirkungen auf Herbivore haben.

Auf der anderen Seite erforschen Entomologen und Insektenphysiologen die Genetik, Anpassungsmechanismen und das Verhalten von Herbivoren und anderen Insekten, die versuchen, die Verteidigung der Pflanzen auszuschalten, um ihre Nahrungsgrundlage und ihre Fortpflanzung zu sichern. Von besonderem Interesse ist die Geruchswahrnehmung der Insekten: Wie nehmen sie das Duftvokabular der Pflanzen wahr und wie beeinflusst das ihr Verhalten, wenn sie nach Nahrung, einem Sexualpartner oder dem idealen Eiablageplatz suchen?

Flyer "Chemische Ökologie - Wie Lebewesen über chemische Signale miteinander kommunizieren"