Ist das Bienensterben menschengemacht? Eine Seminarfacharbeit der FGS Milda

Das Thema „Bienensterben“ hat in den letzten Jahren viel mediale Aufmerksamkeit erregt. Für uns - Anna, Maja, Sarah und Paula von der FGS Milda - war das ein guter Grund, uns mit dieser Thematik im Rahmen unserer Seminarfacharbeit mit dem Titel „Bienensterben menschengemacht?“ auseinanderzusetzen. Um selbst einen Einblick in das Leben der Bestäuber in unserer unmittelbaren Umgebung zu bekommen, haben wir unter Anleitung von Dr. Franziska Beran und Dr. Sabine Hänniger vom Max Planck Institut für chemische Ökologie in Jena im Frühjahr und Sommer 2020 mehrere Feldbeobachtungen durchgeführt. Konkret wollten wir herausfinden welchen Einfluss verschiedene Habitate auf die Aktivität und Diversität von Bestäubern haben.

Im April und Mai haben zunächst vier verschiedene Rapsfelder beobachtet, deren unmittelbare Umgebung sich stark voneinander unterschieden. Bei den Beobachtungen wurde deutlich, dass eines der Rapsfelder zu jedem untersuchten Zeitpunkt eine deutlich höhere Bestäuberaktivität und –diversität aufwies als alle anderen Felder. Dieses Rapsfeld lag weiter entfernt von der Hauptstraße und wies im direkten Umkreis eine besonders hohe Anzahl und Vielfalt an blühenden Pflanzen auf. Im Sommer haben wir zwei weitere Habitate miteinander verglichen: einen wild gewachsenen Distelstreifen im Naturschutzgebiet Leutratal-Cospoth und eine von der Agrargenossenschaft Bucha angelegte und durch Spenden finanzierte Blühfläche bei Zimmritz. Obwohl wir im Naturschutzgebiet eine höhere Aktivität von Bestäubern im Vergleich zur Blühfläche feststellen konnten, zeigte sich auf der Blühfläche eine höhere Bestäuberdiversität als im Distelstreifen. Wir vermuten, dass dieser Befund mit der höheren Diversität an blühenden Pflanzenarten auf der Blühfläche zusammenhängen könnte.

Zusammengefasst konnten wir in unserer Seminarfacharbeit zeigen, dass die Landnutzung und insbesondere die Vielfalt und Häufigkeit von blühenden Pflanzen in der Umgebung landwirtschaftlicher Monokulturen wichtig für den Schutz von Bestäubern sind. Ermutigend fanden wir die Beobachtungen auf der Blühfläche, da diese zeigten, dass auch vom Menschen angelegte Blühflächen wichtige Lebensräume für Bestäuber bieten.

Aus unserer Literaturrecherche und den Feldbeobachtungen nehmen wir für uns mit, dass das Bienensterben zwar vom Menschen gemacht ist, er sich jedoch vermehrt für den Schutz von Bienen und anderen Bestäubern einsetzt.

Nach fast zwei Jahren intensiver Beschäftigung mit diesem spannenden Thema sind wir sehr erleichtert und stolz, unsere Seminarfacharbeit mit insgesamt 14 Punkten abzuschließen. Wir bedanken uns nochmal herzlich bei Sabine und Franzi für die Betreuung und Unterstützung unserer Arbeit.

Anna Noel Halbsgut, Maja Lang, Sarah Müller, Paula Lampe