Max-Planck-Fellow-Gruppe Interaktion in Plankton-Gemeinschaften

Die oft einzelligen Organismen des Planktons leben in einer scheinbar homogenen Umgebung in Seen und im offenen Meer. Trotz des scheinbar homogenen Umfelds ist die räumliche und zeitliche Variabilität von Plankton-Gemeinschaften hoch komplex und bestimmt Prozesse wie das jährliche Massenauftreten (Blüte) einzelner Schlüsselakteure, die große ozeanische Gebiete ebenso dominieren wie die kurzfristige Bildung von Mikroansammlungen. Die Zelldichte ist vergleichsweise niedrig, nichtsdestotrotz wurden bereits zahlreiche Wechselwirkungen zwischen einzelnen Zellen identifiziert. Dazu gehören durch Pheromone vermitteltes sexuelles Verhalten, Räuber-Beute-Beziehungen oder die Vermittlung mikrobieller Infektionen.  Einige dieser Interaktionen werden durch chemische Signale vermittelt und es konnte bereits erste Strukutren der beteiligten Stoffwechselprodukte ermittelt werden.

Der Forschungsansatz der Pohnert-Gruppe besteht in der Entwicklung und Anwendung analytischer Methoden, darunter auch komparative Metabolomik, um die chemisch vermittelten Interaktionen in Plankton-Gemeinschaften zu beobachten und zu analysieren (siehe auch die Homepage der Pohnert-Gruppe an der Friedrich-Schiller-Universität). Die Max-Planck-Fellow-Gruppe konzentriert sich dabei auf die Auswirkungen zellulärer Heterogenität innerhalb von Plankton-Gemeinschaften. Zunächst beschäftigen wir uns mit der chemischen Heterogenität einzelner Zellen in uniklonalen Algenpopulationen und nutzen dafür MS-Bildgebungsverfahren, die wir kürzlich selbst in unserem Labor entwickelt haben.

Lichtmikroskopie (links) massenspektrometrische Bildgebung von Coscinodiscus granii (Zelldurchmesser ca. 75 µm)

Gruppenleiter: Prof. Dr. Georg Pohnert
Institut für Anorganische und Analytische Chemie
Lehrstuhl für Instrumentelle Analytik/Bioorganische Analytik
Friedrich-Schiller-Universität
Lessingstr. 8, D-07743 Jena, Germany
Tel. +49 3641 948170
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