Wie wohnst du? Die Anpassung von Ameisen an extreme Lebensräume

Extreme Lebensräume verlangen nach kreativen Anpassungsstrategien. Wir stellen verschiedene Ameisenarten vor, die durch unterschiedliche (Über-)Lebensweisen beeindrucken. more »

Weberameise, Blattschneiderameise und Wüstenameise: Sie haben in Anpassung an ihren jeweiligen Lebensraum erstaunliche Fähigkeiten entwickelt. © Saskia Gablenz, MPI-CE

Kaum ein Lebewesen zeigt eine derartige Artenvielfalt wie die Ameise. Angepasst an unterschiedlichste Lebensräume, kommt sie auf allen Kontinenten vor und hat mitunter die extremsten ökologischen Nischen erobert. Am Max-Planck-Institut für chemische Ökologie zeigen wir verschiedene Ameisenarten, die jeweils optimal an ihr Habitat angepasst sind.

Die Blattschneideameise (Atta sp.) ist in den tropischen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas beheimatet. Sie macht ihrem Namen alle Ehre und schneidet Blätter und Blüten klein, um damit in ihrem Bau einen Pilz zu züchten. Dieser Pilz dient der Ameise dann als Nahrungsquelle. Diese Lebensweise ist nur möglich, da alle Mitglieder der Ameisenkolonie effektiv zusammen arbeiten. Was bei der sozialen Insektenart besonders auffällt, sind die unterschiedlich großen Tiere der verschiedenen Arbeiterkasten.

Obwohl die Weberameise (Polyrhachis sp.) ebenfalls in bewaldeten Regionen vorkommt, zeigt sie eine ganz andere Lebensweise. Die in Südostasien beheimatete Ameise baut ihr Nest in Baumästen und niedrigen Büschen. Dabei benutzt sie ihre Larven, um aus Seidenfäden das Nest zu spinnen. Die sehr aggressive Ameisenart ernährt sich hauptsächlich von Insekten und besucht Blüten nur auf der Suche nach Nektar.

Ganz anders lebt die Wüstenameise (Cataglyphis sp.). Sie ist in den Wüsten des nördlichen Afrikas zu Hause und sucht dort riesige Areale nach toten Insekten ab. Bekannt für ihre Navigationskünste legen die winzigen Tierchen Stecken von bis zu einem Kilometer auf der Suche nach Futter zurück. Dabei muss die Ameise sehr schnell sein, da neben Räubern auch die Hitze in der Wüste eine beständige Gefahr für das Tier darstellt. Im Gegensatz zu europäischen Ameisen ist diese Wüstenameise allein unterwegs und hinterlässt keine Duftspur, da diese in der Hitze sofort verdunsten würde.


Veranstaltungsort: Foyer des Instituts
Zeit: 18:00-24:00 Uhr