Christian Ernst Stahl (1848-1919) - ein Jenaer Professor als Pionier der chemischen Ökologie

Zum 100. Todestag des Jenaer Professors und Leiter des Botanischen Institutes und des Botanischen Gartens der Universität, Christian Ernst Stahl, soll dessen Leben, Wirken und sein zum Teil vergessener Einfluss auf die chemische Ökologie gewürdigt werden.

Ernst-Stahl-Seminarraum im MPI für chemische Ökologie © MPI-CE

Ernst Stahl war ein französisch-deutscher Botaniker, der sich neben verschiedenen Fragen zur pflanzlichen Entwicklung auch intensiv den Pilzen und Flechten widmete. Seine Hauptschaffenszeit verbrachte er als Leiter des Institutes für Botanik und Direktor des botanischen Gartens an der Universität Jena, wo er 38 Jahre wirkte (1881-1919). Er untersuchte den Einfluss des Lichtes auf die Pflanzen ebenso wie die Entwicklung der Stomata (Spaltöffnungen) und den unterschiedlichen Einfluss trockener und feuchter Standorte auf die Bildung der Blätter. Zu seinen bedeutendsten Forschungsergebnissen gehört die Aufklärung der Mykorrhiza der Waldbäume als einer Symbiose zwischen Pilzen und Pflanzenwurzeln. Durch die Einführung experimenteller Methoden in die Ökologie gilt Stahl als Begründer der experimentellen Ökologie. Er erkannte als einer der ersten Forscher die Bedeutung von pflanzlichen Sekundärstoffen als Schutzmittel gegen Tierfraß und kann somit als Pionier beziehungsweise (Mit)Begründer der chemischen Ökologie angesehen werden. In dem Vortrag wird ein Rückblick auf das Leben und Wirken von Ernst Stahl in Jena gegeben.

Referent: PD Dr. Axel Mithöfer, MPI für chemische Ökologie, Forschungsgruppe Physiologie der pflanzlichen Verteidigung

Hinweis: Vortrag jeweils um 19 Uhr, 20 Uhr, 21 Uhr. Dauer: 20 Minuten
 
Veranstaltungsort:  Ernst-Stahl-Raum (A1.011)