Projektgruppen der Abteilung Entomologie

Host Plant Adaptation, © MPI CE / H. Vogel

Dr. Heiko Vogel

Die Wechselbeziehung zwischen Pflanzen und Insekten, wie zum Beispiel das kontinuierliche evolutionäre Wettrüsten zwischen Wirtspflanzen und deren Fraßfeinden, bietet exzellente Möglichkeiten für die Erforschung der Interaktion zwischen Arten auf molekularer, ökologischer und evolutionärer Ebene. Bei allen Lebewesen ist die Nahrungsquelle ein bestimmender Faktor für die erbrachte physiologische Leistung und daher auch ein starker Selektionsdruck für herbivore Insekten. Der evolutionäre Erfolg von Insektenarten hängt stark von der Effizienz ab, mit der sie die Nährstoffe und andere Ressourcen ihrer Wirtspflanzen verwerten und von der Effektivität, mit der sie sich auf Wirtspflanzen spezialisiert haben. Generalisten treffen auf eine große Anzahl verschiedener Pflanzenabwehrsysteme (Sekundärmetabolite) und müssen daher umfassende Entgiftungsmechanismen besitzen, wohingegen Spezialisten ihr Entgiftungssystem genau auf das entsprechende Pflanzenabwehrsystem einstellen müssen. Kenntnisse über molekularen Mechanismen und evolutionären Dynamiken, die der Anpassung an Wirtspflanzen, Wirtspflanzenwechsel und Rekolonisierung von Wirtspflanzen zu Grunde liegen, sind jedoch spärlich oder gar nicht vorhanden.
weiter >>>

Mitarbeiter der Gruppe: PhD Shantanu Shukla (Postdoc), PhD Chris Jacobs (Postdoc), Corinna Krempl (Doktorandin), David Neunemann (Doktorand), Yu Okamura (Gastdoktorand), Domenica Schnabelrauch (Chemie-Ingenieurin), Henriette Ringys-Beckstein (TA), Steffi Gebauer-Jung (Bioinformatik)

Digestion, © MPI CE / Y. Pauchet

Dr. Yannick Pauchet

Larven herbivorer Insekten müssen eine große Menge an Pflanzenmaterial aufnehmen, um die hohen Wachstumsraten während ihrer Lebenszeit erreichen zu können. Zunächst müssen sie die widerstandsfähige pflanzliche Zellwand überwinden, um einen vollständigen Zugang zu wichtigen Nährstoffen zu bekommen, die die Insektenlarven für ihre Entwicklung benötigen. Pflanzliche Zellwände bestehen aus den am häufigsten vorkommenden Biopolymeren unseres Planeten, wie Zellulose, Hemizellulose, Pektin (primäre Zellwand) und Lignin (sekundäre Zellwand). Einige dieser Polymere sind Polysaccharide und stellen eine gute Energiequelle für die Insekten dar, die die Fähigkeit entwickelt haben, diese zu hydrolysieren. Weiterhin sind Insektenlarven hohen Konzentration an pflanzlichen Abwehrstoffen, wie proteinösen Hemmstoffen von Verdauungsenzymen und toxischen Sekundärmetaboliten, in ihrer Nahrung ausgesetzt und müssen sich an diese anpassen. Damit sich ein Insekt erfolgreich an seine Futterpflanze adaptieren kann, muss sein Verdauungssystem diese Pflanzenabwehrmechanismen überwinden. Während der Evolution hat ein regelrechtes „Wettrüsten“ zwischen dem Verdauungsarsenal der Insekten und der Pflanzenabwehr stattgefunden. Dies hat zur Entstehung von großen Genfamilien geführt, die für Verdauungs- und Entgiftungsenzyme kodieren. Unser Ziel ist es, durch die Verknüpfung von molekularen und biochemischen Ansätzen, wie die vergleichende Transkriptomik und Proteomik, als auch die Proteinexpression und -charakterisierung, detailliert die Mechanismen zu erforschen, die zur Anpassung des Verdauungssystems der Insekten an die Pflanzenabwehr und Umwelteinflüsse geführt haben.
weiter >>>

Mitarbeiter der Gruppe: Dr. Roy Kirsch (Postdoc); PhD Matan Shelomi (Postdoc); Bianca Wurlitzer (TA); Wiebke Häger (Doktorandin); Andre Busch (Doktorand).

 

Spodoptera frugiperda mating, © MPI CE / S. Hänniger

Dr. Astrid T. Groot

Sexuelle Anziehung ist der erste Schritt der bestimmt, wer sich mit wem verpaart. Die Evolution sexueller Kommunikation spielt daher eine wichtige Rolle im Prozess der Artbildung. Trotzdem weiß man bisher nicht viel über die Gründe darüber, warum sich Populationen beim Auffinden ihrer Paarungspartner unterscheiden, oder warum solche Unterschiede entstehen, nachdem sich Populationen aufgrund ökologischer Faktoren getrennt haben. Nachtfalter sind die idealen Versuchstiere, um diese Fragestellungen zu beantworten, da sie mit Hilfe von Sexual-Pheromonen kommunizieren und viele Pheromon-Zusammensetzungen bereits bekannt sind. In unserer Arbeitsgruppe versuchen wir, zwei wesentliche Fragen zu beantworten: 1) Was ist die genetische Grundlage der Variation von sexuellen Kommunikationssystemen innerhalb von Arten? und 2) Welche Umwelteinflüsse können zur Variation von sexueller Kommunikation beitragen? Unsere Arbeit kann in vier Hauptforschungsgebiete eingeteilt werden.
weiter >>>

Mitarbeiter der Gruppe: Dr. Silvia Kost (Postdoc), Dr. Melanie Unbehend (Postdoc), Dr. Andrea Barthel (Postdoc), Antje Schmalz (TA).