Arthroportraits

Gliederfüßer (Arthropoden), welche unter anderem Spinnentiere, Krebstiere, Hundertfüßer und insbesondere Insekten umfassen, stellen mit circa 80% aller Lebewesen die artenreichste Gruppe auf Erden dar. Man kann also kaum davon sprechen, dass der Mensch die dominante Spezies auf „unserem“ Planeten ist. Sollte von einem Tag auf den anderen kein Insekt mehr auf Erden wandeln, wären die Auswirkungen kaum abzusehen, wohingegen der Mensch einen eher entbehrlichen Teil zum Ökosystem beiträgt. Dennoch setzen sich viele von uns kaum mit diesen Lebewesen auseinander und das obwohl sie uns ständig umgeben. Viele Menschen verabscheuen sie

Mit dieser Ausstellung möchten wir einen kleinen Beitrag zur Verständigung dieser beiden Welten leisten, die doch Teil ein und derselben sind. Zu diesem Zweck haben sich der passionierte Hobbyfotograf Marco Baum und der Hobbyentomologe und Wissenschaftler Veit Grabe zusammengefunden, um Einblicke zu gewähren, welche selbst Wissenschaftlern in ihren Laboren nur mit etwas Glück und viel Erfahrung gelingen.

Bei den hier ausgestellten Bildern handelt es sich um Montagen, die aus zahlreichen Einzelbildern zusammengefügt wurden. Der Abbildungsmaßstab zwischen Bild und Insekt beträgt bis zu 9:1, woraus eine stark reduzierte Schärfentiefe resultiert. Diese lässt es nicht zu, alle faszinierenden Details, der teilweise wenige Millimeter großen Tiere, mit einer einzigen Aufnahme einzufangen. Um dennoch die gewünschten Einblicke zu erhalten, wurde das gesamte Kamerasystem auf einem Schlitten montiert. Damit konnte es in feinsten Schritten von bis zu einem Zwanzigstel Millimeter bewegt. Die damit erhaltenen Bilderstapel wurden dann in mühsamer Kleinarbeit zu einem stimmigen Gesamtbild zusammengefügt.

Fichtenrüsselkäfer (Hylobius abietis),
© Marco Baum

Wir laden Sie ein, die faszinierende Schönheit dieses Mikrokosmos zu erleben, welche man normalerweise nicht zu Gesicht bekommt. Durch die Portraitperspektiven haben sie die Möglichkeit diesen einzigartigen Wesen geradewegs in die Augen zu blicken. Viele der hier gezeigten Insektenarten am Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena genutzt, um das Zusammenwirken von Insekten, Pflanzen und Bakterien zu entschlüsseln und unser Verständnis der Welt, in der wir leben, zu erweitern bzw. unsere Rolle darin zu verstehen.

Die Ausstellung ARTHROPORTRAITS ist bis zum 18. Oktober 2017 im Foyer des Max-Planck-Institutes für chemische Ökologie zu besichtigen.
Öffnungszeiten: Die Ausstellung ist  montags bis freitags zwischen 9:00 und 16:00 Uhr für Besucher geöffnet.
Der Eintritt ist frei.

Außerhalb dieser Ausstellung können Sie diese einzigartigen Aufnahmen auch unter www.marcobaum.de betrachten.