Tag der Vielfalt 2018 – Diversity @ MPI-CE

Im Dezember 2006 wurde die deutsche Charta der Vielfalt ins Leben gerufen, um das Engagement für die Pflege einer Organisationskultur zu betonen, die von gegenseitigem Respekt und der Anerkennung jedes Individuums charakterisiert ist. Mit dem Unterzeichnen der Charta soll sichergestellt werden, dass Personalprozesse mit den vielfältigen Fähigkeiten und Talenten vereinbar sind, und dass allgemein die Vielfalt in unserer Gesellschaft anerkannt wird. Im März 2010 hat auch die Max-Planck-Gesellschaft die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Das zentrale Anliegen der Charta ist, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischem Hintergrunds, sexueller Identität, Religion oder Weltanschauung, Behinderung oder Alter zu respektieren sind. Am 5. Juni 2018 wird in Deutschland der 6. Tag der Vielfalt gefeiert. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an unserem Institut sind in vieler Hinsicht vielfältig. Wir möchten in dieser Woche fünf Institutsangehörige porträtieren, um zu zeigen, dass die Vielfalt in unserem Institut der Nährboden für interkulturellen Austausch und erfolgreiche wissenschaftliche Zusammenarbeit ist.

https://www.charta-der-vielfalt.de/diversity-tag/ 

Ana Depetris Chauvin vor der “Casa Rosada”,dem Hauptgebäude des argentinischen Parlaments in ihrer Heimatstadt Buenos Aires.

Ana Depetris Chauvin kommt aus Buenos Aires, Argentinien. Sie kam im letzten Jahr als Postdoc in unsere Abteilung für Evolutionäre Neuroethologie, um die Geruchsaufnahme von Wirtsdüften in Taufliegenarten (Drosophila) zu untersuchen, die verschiedene ökologische Nischen besiedeln. Dabei interessiert sie sich besonders dafür, wie Düfte in evolutionär verwandte Taufliegenarten Düfte unterschiedliche Verarbeitungsmuster im Gehirn hervorrufen, je nachdem sie für ihr Überleben wichtig und daher verhaltensrelevant sind.  Ana genießt die Internationalität im Institut: „Ich denke, dass sich ein internationales Umfeld extrem positiv auf das wissenschaftliche Niveau auswirkt, weil die internationale Zusammenarbeit dadurch angeregt wird. Aber, und das ist noch wichtiger, es ist auch überaus zufriedenstellend im Sinne von kultureller Vielfalt. In einer globalisierten Welt, und ganz besonders in der Welt der Wissenschaft, ist der Umgang mit Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund Alltagsrealität. Ein vielfältiges Umfeld erhöht unsere Toleranz, unsere Empathie, und bereichert in vielen Fällen unser Verständnis der Realität, indem es uns verschiedene Perspektiven vermittelt“, sagt sie.

Abith Vattekkatte im Labor des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie in Jena.

Abith Vattekkatte kommt ursprünglich aus Mumbai in Indien, wo er als organischer Chemiker ausgebildet wurde. Nach einem Lehrauftrag in Albany, New York, kam er 2011 als Doktorand in unsere Abteilung Bioorganische Chemie. 2015 promovierte er an der Universität Jena und arbeitet seither als Postdoc bei uns. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Aufklärung von Multiprodukt-Terpensynthase-Signalwegen. Es gefällt ihm sehr, an unserem Institut zu arbeiten, wie er betont. Besonders die Vielfalt unter den Mitarbeiter/innen trägt zu dieser positiven Erfahrung bei: „Die einfache Integration und die kooperative Atmosphäre waren wichtige Faktoren für mich. Die hilfsbereite und engagierte Art der Mitarbeiter/innen und ihr kollaborativer Instinkt machen das Institut zu einem großartigen Arbeitsplatz. Die Vielfalt hat auch zu langjährigen Freundschaften zwischen verschiedenen Nationalitäten geführt.“

Matilda Gikonyo untersucht, wie Flohkäfer der Gattung Psylliodes, die Schädlinge an vielen Kohlarten sind, pflanzliche Abwehrstoffe entgiften.
© Anna Schroll

Matilda Gikonyo kommt aus Kenia. Seit 2016 ist sie Doktorandin in der Forschungsgruppe Sequestrierung und Entgiftung in Insekten. Sie erforscht, wie Wirtspflanzenwechsel zur Entwicklung von unterschiedlichen Flohkäferarten der Gattung Psylliodes geführt haben, und wie sich die Arten, die an Kohlpflanzen fressen, an das Glucosinolat-Myrosinase-Abwehrsystem angepasst haben. Matilda ist Doktorandin in der International Max Planck Research School for "The Exploration of Ecological Interactions with Molecular and Chemical Techniques", einer Graduiertenschule, die gemeinsam vom Max-Planck-Institut für chemische Ökologie und der FSU organisiert wird. 66 Doktorand/innen aus 18 Nationen sind derzeit in der IMPRS eingeschrieben. Die Arbeit in einem solch internationalen Umfeld ist für Matilda sehr inspirierend, sowohl persönlich als auch wissenschaftlich: „Die Welt ist im Moment mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert, die über die Grenzen einzelner Länder und sogar von Kontinenten hinausgehen. Zusammenarbeit ist daher die beste Möglichkeit, um diese Probleme zu lösen.  Die Arbeit in einem internationalen Umfeld, wie im MPI-CE, eröffnet nicht nur neue wissenschaftliche Sichtweisen und Ideen, sie führt auch zu einer Wertschätzung unterschiedlicher Kulturen der ganzen Welt. Ich schätze es wirklich sehr, in dieser vielfältigen Umgebung zu leben und zu arbeiten. Es hat mir das Einleben in Deutschland erleichtert und letztlich meine wissenschaftliche Denkweise auf ein höheres Niveau gebracht.“

Jingjing Xiang an ihrem Schreibtisch in der Bibliothek.

Jingling Xiang kommt aus China und ist Studentin des Studiengangs Betriebswirtschaftslehre für Ingenieure und Naturwissenschaftler (Master of Science) an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Seit März arbeitet Jingjing als Hiwi in  unserer Bibliothek. Sie mag die internationale Umgebung bei uns:  „Als eine internationale Studentin glaube ich, dass wir wie eine Familie zusammenarbeiten sollten, mit netten und geduldigen Kollegen.  Wenn ich Probleme habe, kann ich vom Bibliotheksteam immer Unterstützung bekommen, um die Probleme zu lösen. Noch wichtiger für mich ist, dass mir meine Arbeit hier die Möglichkeit gibt, meinen Horizont zu erweitern. Ich kann nicht nur viele praktische Erfahrungen sammeln, sondern auch die Kultur und die Denkweise von Mitarbeiter/innen aus verschiedenen Ländern kennenlernen. Für mich bringt hier jeder Tag neue interessante Erfahrungen und Begegnungen!“

Bill Hansson ist der Direktor unserer Abteilung für Evolutionäre Neuroethologie. Der internationale Experte für die Geruchswahrnehmung von Insekten kommt aus Schweden und wurde 2005 Max-Planck-Direktor. Seit 2014 ist auch Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft. In dieser Funktion ist eine seiner Hauptaufgaben der weitere Ausbau der Internationalisierung in der Gesellschaft. Sich für Vielfalt stark zu machen ist ihm wichtig: „Vielfalt ist im Herzen der Wissenschaft. Menschen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund bringen neue Sichtwiesen und frische Ideen. Die Max-Planck-Gesellschaft unterstützt diese Philosophie auf allen Ebenen und ich genieße es außerordentlich, in meiner Abteilung mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus der ganzen Welt zusammenzuarbeiten. Wissenschaft verbindet.“

Bill Hansson (sitzend in der Mitte der ersten Reihe) und seine Abteilung Evolutionäre Neuroethologie. Mitarbeiter/innen aus 16 Ländern auf fünf verschiedenen Kontinenten arbeiten in seiner Gruppe.