Abteilung Bioorganische Chemie (Emeritusgruppe)

In der Abteilung Bioorganische Chemie werden Abwehrmechanismen von Pflanzen und Insekten sowie deren Wechselwirkungen auf verschiedenen Ebenen untersucht. Moderne analytische und molekularbiologische Methoden werden angewandt, um Signale von Herbivoren und Mikroorganismen zu identifizieren. Stresserkennung und Signalweiterleitung  führen zu vernetzten Verteidigungsstrategien, die sich durch Genexpression und Phytohormonspiegel verfolgen lassen. Neue Methoden der Isotopenverhältnis-Massenspektrometrie werden eingesetzt, um die Induktion von Signalwegen während der Infektion und bei Schädigung durch Herbivore zu untersuchen. Die Arbeiten werden durch synthetische Ansätze im Hinblick auf Signalstoffe und ihre Analoga begleitet. Die Produktion von Wehrsekreten in Blattkäfern wird untersucht, um Informationen über die Biosynthese, Regulierung und Evolution dieser Verteidigungsmechanismen zu erhalten. Wir konzentrieren uns dabei auf die Analyse der molekularen Grundlagen für die Aufnahme von pflanzlichen Ausgangsstoffen (Transporter) und die Umwandlung der pflanzlichen Vorstufen in Verbindungen, die von den Insekten für Kommunikation und Abwehr benötigt werden. Das Biosynthesepotenzial von Insekten wird wahrscheinlich nachhaltig durch symbiotische Darmbakterien oder Endosymbionten verstärkt. Weitere Forschungsschwerpunkte befassen sich mit der Biosynthese von Stoffen, die die pflanzliche Verteidigung auslösen, und der Entgiftung von Pflanzentoxinen mit besonderem Augenmerk auf eine Beteiligung von Mikroorganismen.

Prof. Wilhelm Boland


Direktor (emeritus): Prof. Wilhelm Boland

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Projektgruppen in der Abteilung Bioorganische Chemie

Chrysomela lapponica

Dr. Antje Burse

Insekten haben viele Feinde, darunter Säugetiere, Vögel und konkurrierende Insekten. Blattkäfer (Chrysomelidae) haben daher unterschiedliche mechanische und chemische Strategien der Verteidigung entwickelt. Wir interessieren uns dafür, wie Larven neue chemische Abwehrverbindungen entwickeln konnten, und versuchen, die Folgen der de novo-Synthese und Sequestrierung dieser Verbindungen zu erklären.  mehr »