Biologische Schädlingskontrolle im Forschungsgewächshaus

Durch die Schlupfwespe Aphidius ervi parasitierte Blattläuse. Im Vordergrund: Eine Wespe der Art Asaphes suspenses – ein Hyperparasit in der offenen Zucht. © Danny Kessler, MPI chem. Ökol.

Da wir Pflanzen-Insekten-Interaktionen untersuchen, dürfen Versuchspflanzen nicht mit Insektiziden behandelt werden. Ziel der Biologischen Schädlingskontrolle mit Nützlingen ist nicht die Vernichtung der Schädlinge, sondern die Verminderung ihrer Vermehrung.

Durch den übermäßigen Gebrauch von Pestiziden in der Landwirtschaft und kommerziellen Gewächshäusern werden immer mehr resistente Insektenstämme erzeugt. Bereits vor 20 Jahren waren mehr als 500 Insektenarten bekannt, die gegen mindestens ein Insektizid, und 17 Arten, die gegen alle Hauptklassen von Insektiziden resistent waren. Auch viele Pilze und andere Pflanzenpathogene zeigen Resistenzen gegen chemische Pflanzenschutzmittel. Durch die Etablierung eines biologischen bzw. integrierten Pflanzenschutzes ist dem Gewächshausteam des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie gelungen, statt eines reaktiven Systems der chemischen Behandlung ein aktives und präventives System der Schädlingskontrolle umzusetzen. Durch den Einsatz von Antagonisten, den natürlichen Feinden der Schädlinge, die diese fressen oder parasitieren, kann der Schädlingsbefall präventiv auf ein erträglichen Maß reduziert werden.  Das Ziel des integrierten Pflanzenschutzes und der biologischen Schädlingskontrolle ist es also nicht unbedingt, die Gewächshausanlage völlig schädlingsfrei zu halten, sondern die Schädlinge vielmehr in Schach zu halten. Durch entsprechende Maßnahmen kann der Einsatz von chemischen Mitteln minimiert werden, was für die Durchführung von Forschungsexperimenten absolut notwendig ist, da die Untersuchungen von Pflanzen-Insekten-Interaktionen im Mittelpunkt  der Forschung stehen.

Es werden einige der in unserer Gewächshausanlage auftretenden Schädlinge und ihre erfolgreich angewendeten natürlichen Feinde (Nützlinge) vorgestellt.

 

Veranstaltungsort: Gewächshaus des Instituts
Zeit: 18:00-24:00 Uhr