Führender Experte in der Riechforschung an Insekten

12. Juni  2017    Nr. 6/2017 (177)

Jenaer Max-Planck-Direktor Bill S. Hansson wurde in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina gewählt

Bill S. Hansson ist seit 2006 Direktor der Abteilung Evolutionäre Neuroethologie am Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena. Seit Juni 2014 ist er als Vizepräsident für die Biologisch-Medizinische Sektion der Max-Planck-Gesellschaft zuständig. Der Schwede wurde jetzt in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen. Foto: Anna Schroll

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat Bill S. Hansson, Direktor am Jenaer Max-Planck-Institut für chemische Ökologie, als Mitglied in ihre Sektion „Organismische und Evolutionäre Biologie“ aufgenommen.

„Es ist eine große Ehre für mich, in die Leopoldina aufgenommen zu werden. Es zeigt, dass die wissenschaftliche Gemeinschaft in Deutschland meine Forschung schätzt und mich außerdem in die Diskussion über zukünftige Forschungsrichtungen einbeziehen möchte. Als Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft ist es mein Ziel, die organismische Biologie als Disziplin zu stärken, daher ist es besonders wichtig für mich, dieser Sektion in der Leopoldina anzugehören“, sagt Bill S. Hansson.

Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina mit Sitz in Halle/Saale, seit 2008 Nationale Akademie der Wissenschaften, wurde bereits 1652 gegründet und gilt als die älteste naturforschende Gelehrtengesellschaft, die ohne Unterbrechung bis heute besteht. Die Wahl zum Mitglied ist eine der höchsten wissenschaftlichen Auszeichnungen, die eine deutsche Institution vergibt.

Der Schwede leitet seit 2006 die Abteilung Evolutionäre Neuroethologie an Jenaer MPI. Mit seinem Team untersucht er die neurophysiologischen und verhaltensrelevanten Aspekte der Wechselwirkungen zwischen Insekten und ihren Wirtspflanzen. Das Verständnis darüber, wie Duftinformationen von den Antennen der Insekten aufgespürt und im Gehirn weiterverarbeitet werden, und wie die Geruchswahrnehmung das Verhalten der Insekten steuert, ist dabei von zentraler Bedeutung.

Das Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena erforscht die Rolle, Vielfalt und Eigenschaften von chemischen Signalen, die die Interaktionen zwischen Organismen und ihrer Umwelt steuern. Um das komplexe System der chemischen Kommunikation zu verstehen, arbeiten am Institut Wissenschaftler aus den Bereichen Ökologie, Biochemie, organische Chemie sowie Insektenkunde und -physiologie zusammen. Im Mittelpunkt ihrer Forschung steht dabei die Ko-Evolution von Pflanzen und Insekten, die Produktion von Gift- und Signalstoffen in Anpassung an ihre jeweilige Umwelt, und wie Duftstoffe das Verhalten von Insekten steuern. Auch Mikroorganismen spielen bei vielen dieser Wechselwirkungen eine wichtige Rolle und werden untersucht.



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